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Künstler zu sein bedeutet für mich, im Moment des Schaffens nichts anderes wahrzunehmen. Dann bin ich ganz in meiner eigenen Welt – in der Welt von Micaella.
Dem Mädchen aus einer Künstlerfamilie, das alles versucht hat, keine Künstlerin zu sein – und es doch immer war.
Meine Bilder sind vielseitig, lebendig, anders. In jedem bleibt ein Stück von mir zurück. Ein Stück des zerrütteten Ichs, das sich Stück für Stück neu zusammensetzt.
1987 in Chișinău, Moldawien, geboren, kam ich mit 14 Jahren nach Deutschland. Nach dem Abitur ging ich an die Universität zu Köln. Nach meinem Masterstudium in Kunstgeschichte und Germanistik arbeitete ich in Auktionshäusern, Galerien und zuletzt in verschiedenen Museen als Museumspädagogin.
Doch ich konnte nicht anders, als mit meinen Händen etwas zu erschaffen – deshalb begann ich, Kunstkurse an Kunstschulen zu geben. Auf meinem Weg traf ich besondere Menschen, die mich lenkten. Etwa die Direktorin des Museums Solingen, die mich fragte: Micaella, magst du nicht Kunstkurse für Kinder geben? Oder Bence Fritzsche. Die Artikel in der Zeitschrift Atelier waren meine Kunstwerke, denn Herr Fritzsche gab mir stets völlige Freiheit. Ich durfte ihm einfach meine Ideen vorschlagen – und meistens durfte ich auch darüber schreiben.
Wie kommt man eigentlich von Kunstgeschichte und Germanistik dazu, zu sagen: Ich bin Künstler – obwohl man keine „richtige“ Ausbildung hat? Ganz einfach: Ich habe 37 Jahre gebraucht, um zuzulassen, wer ich wirklich bin. Ich vergesse alles um mich herum, wenn ich in meinem Atelier bin. Ich habe mich immer für alle Techniken interessiert, und die Künstler, mit denen ich Interviews führte, waren mir näher als andere. Doch lange kämpfte ich dagegen an – oder brauchte einfach Zeit, um zu verstehen, dass man nicht davor weglaufen kann, wer man ist.
Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen und habe ihr immer zugesehen, was sie machte. Ich durfte ihre Skizzen ausmalen, Pappmaché formen, Augen und Gesichter gestalten. In einer ihrer letzten Nächte sah sie noch eines meiner Werke. Meine Mutter erzählte ihr, was es darstellte, denn meine Oma war 95 Jahre alt und konnte nicht mehr gut hören oder sehen. Aber sie lächelte – und für meine Mutter war es in diesem Moment ein Trost, etwas in den Händen zu halten, worüber sie sprechen konnte. Dabei hatte meine Mutter nie viel von Kunst gehalten. Sie starb einen Monat nach meiner Oma.
Ja, das ist persönlich – aber meine Kunst ist persönlich. Ich befinde mich in der schwierigsten Zeit meines Lebens, und meine Kunst rettet mich jeden Tag ein wenig mehr. Ich habe etwas gefunden, das mich erfüllt, und dafür bin ich dankbar. Ich habe keine klassische Ausbildung – aber Ideen. Und das Gefühl, dass ich alles erreichen kann, wenn die richtigen Menschen mich auf meinem Weg begleiten.
Daten
09.01.1987 – geboren in Chișinău, Moldawien
2007 – Abitur in Köln, anschließend Bachelorstudium an der Universität zu Köln
2014 – Master of Arts in Kunstgeschichte und Germanistik
2014 – heute – freie Redakteurin für die Zeitschrift Atelier
2015 – 2018 – freiberufliche Museumspädagogin am Museum Morsbroich, Leverkusen
2016 – 2021 – freiberufliche Museumspädagogin am Kunstmuseum Solingen
2017 – 2021 – Dozentin an der Junior Uni Wuppertal
2019 – 2021 – Dozentin bei den Jugendkunstgruppen Leverkusen
2021 – 2023 – freiberufliche Museumspädagogin im Museum und Forum Schloss Homburg, Nümbrecht
2024 – Weiterbildung in Interieurmalerei
Künstler zu sein heißt für mich für den Moment des Schaffens nichts anderes wahrnehmen zu können. Ich bin voll und ganz in der Welt von Micaella. Dem Mädchen aus einer Künstlerfamilie, die alles versucht hat um keine Künstlerin zu sein, es aber immer war. Meine Bilder sind vielseitig, lebendig, anders und in jedem bleibt ein Stückchen von mir. Das zerrüttete ich, dass sich Stückchen für Stückchen zusammensetzt.